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GUT GEFRAGT gibt Seminar an der Hamburger Fern-Hochschule

Peer-Arbeit im Rahmen des Qualitätsmanagements in sozialen Einrichtungen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Auch die Hamburger Fern-Hochschule (HFH) hat das Thema in ihre Studiengänge im Fachbereich Gesundheit und Pflege integriert. 3 Mitarbeiter:innen von GUT GEFRAGT haben am 10. Mai im Seminar „Qualitätsmanagement in Assistenzeinrichtungen“ nueva-Evaluationen als wichtiges Instrument zur Qualitätsmessung in Wohn- und Arbeitsangeboten für Menschen mit Behinderung vorgestellt.

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Fragen: Wie funktioniert Qualitätserfassung mit nueva-Evaluationen und warum spielt die Peer-Ebene dabei eine so wichtige Rolle? Das Studienzentrum Gesundheit und Pflege hatte GUT GEFRAGT gebeten, das Seminar für Studierende und Lehrkräfte der HFH sowie Mitarbeitende der Evangelischen Stiftung Alsterdorf zu gestalten.

2 unserer nueva-Evaluatoren, Alexander Koratkewitsch und Frade Gomes, sowie unsere Team-Koordinatorin Susanne Müller stellten unser inklusives Unternehmen vor und erklärten ausführlich die 4 Schritte einer nueva-Evaluation und welche Schwerpunkte nueva bei der Qualitätserfassung setzt (die sogenannten Qualitätsdimensionen). Fragebeispiele zur Qualitätsdimension Privatsphäre machten deutlich, wie tiefgehend nueva-Befragungen sind und was Qualität aus Sicht von Menschen mit Behinderung ausmacht.

„Die Peer-Ebene bricht das Eis“

Im Vortrag und in der anschließenden Fragerunde wurde ausführlich über das Peer-Konzept gesprochen. Als nueva-Evaluator:in dürfen nur Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten, die selbst Erfahrung mit Assistenz-Angeboten haben. Sie sind Expert:innen in eigener Sache und befragen die Nutzer:innen der Einrichtungen auf Augenhöhe.

„Die Behinderung ist oft der Aufhänger für das Gespräch. Die Peer-Ebene bricht sofort das Eis“, sagt Alexander Koratkewitsch, seit 2017 Evaluator bei GUT GEFRAGT. Die Nutzer:innen würden auf Peer-Ebene viel offener reden, betont er. Angeregt durch die Evaluation würden sie über Dinge nachdenken, die sie sich selbst noch nie gefragt hätten. Zum Beispiel, ob sie gerne ein Haustier hätten und ob das in ihrem Wohnangebot überhaupt möglich ist.

Vergleich zwischen Standards und Ergebnissen ist entscheidend

Weiterer Diskussionspunkt: Warum ist der erste Schritt einer nueva-Befragung ein sogenannter Qualitätszirkel, bei dem GUT GEFRAGT mit ausgewählten Nutzer:innen und Mitarbeitenden der Einrichtung alle Fragen durchgeht? Im Qualitätszirkel werden die Standards gesetzt, mit denen die Ergebnisse der Befragung verglichen werden. Ein Beispiel: Bei der Frage, ob Nutzer:innen in ihrem Zimmer ihre Ruhe haben können, entscheiden die am Qualitätszirkel Teilnehmenden: Ja, das sollte immer so sein. Dies ist dann der Standard. Kommt bei der Evaluation heraus, viele der Befragten haben nur selten Ruhe in ihrem Zimmer, wird deutlich: Hier muss etwas passieren, damit die Nutzer:innen so leben können, wie sie es möchten.

Mit großem Interesse nutzten die Besucher:innen die Möglichkeit, sich mit Peer-Expert:innen auszutauschen. Die Veranstaltung im Beratungszentrum Alsterdorf richtete sich an Studierende und Lehrbeauftragte des Pflegemanagements, Gesundheits- und Sozialmanagements, der Sozialen Arbeit oder Berufspädagogik für Gesundheitsfachberufe sowie Mitarbeitende der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

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